12.09.2026 15. Reparatur-Café Elmschenhagen

Pressemitteilung 05.09.2016
Reparieren statt Wegwerfen: Das Recht auf Reparatur kommt –
das Reparaturcafé Elmschenhagen macht es vor
Elmschenhagen – Seit dem 31. Juli ist das neue Recht auf Reparatur offiziell in Kraft. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und dadurch das Klima sowie wertvolle Ressourcen zu schützen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig leichter Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturanleitungen und unabhängigen Reparaturangeboten erhalten.
Eine große Herausforderung bleibt jedoch bestehen: der Fachkräftemangel im Reparatursektor. Genau hier leisten Reparaturcafés einen wichtigen Beitrag. Sie bringen Menschen zusammen, erhalten praktisches Wissen und machen das Reparieren im Alltag wieder sichtbar.
Denn was früher selbstverständlich war, droht zunehmend verloren zu gehen:
Dinge zu reparieren, anstatt sie wegen eines kleinen Defekts sofort wegzuwerfen.
Was steckt hinter dem Recht auf Reparatur?
Das Recht auf Reparatur ist kein einzelnes Gesetz, sondern umfasst verschiedene europäische und nationale Regelungen. Diese befinden sich derzeit in unterschiedlichen Stadien:
- Vorgaben, die bereits gelten,
- Regelungen, die aktuell in nationales Recht umgesetzt werden,
- sowie weitere Themen, die noch auf europäischer Ebene beraten werden.
So entsteht Schritt für Schritt ein verbindlicher Rahmen, der Reparaturen erleichtern, die Lebensdauer von Produkten verlängern und nachhaltiges Handeln fördern soll.
Für das Reparaturcafé Elmschenhagen ist der Grundgedanke schon lange gelebte Praxis:
Was sich reparieren lässt, muss nicht weggeworfen werden.
Die Reparateurinnen und Reparateure – das Herzstück des Reparaturcafés
Im Mittelpunkt des Reparaturcafés stehen unsere ehrenamtlichen Reparaturhelferinnen und Reparaturhelfer. Sie bringen ganz unterschiedliche Kenntnisse, handwerkliche Erfahrungen und persönliche Interessen mit. Manche beschäftigen sich besonders gern mit elektrischen Geräten, andere kennen sich mit Mechanik, Fahrrädern oder allgemeinen Alltagsreparaturen aus.
Was sie verbindet, sind Geduld, Neugier und die Freude daran, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Dabei geht es nicht nur darum, einen defekten Gegenstand möglichst schnell wieder funktionsfähig zu machen.
Zunächst wird genau hingeschaut:
Was funktioniert noch?
Wo könnte die Ursache des Fehlers liegen?
Lässt sich das Gerät gefahrlos öffnen?
Ist lediglich ein Bauteil locker, verschmutzt oder verschlissen?
Wird ein Ersatzteil benötigt – und ist eine Reparatur überhaupt sinnvoll und sicher?
Mit viel Ruhe und Erfahrung begeben sich die Helferinnen und Helfer gemeinsam mit den Besitzerinnen und Besitzern auf Fehlersuche. Sie erklären ihre einzelnen Arbeitsschritte, geben praktische Hinweise und zeigen, worauf bei der Pflege und Wartung eines Gegenstandes geachtet werden sollte.
Dabei ist jede Reparatur anders. Manchmal genügt es, eine Schraube festzuziehen, einen Kontakt zu reinigen oder ein Kabel zu erneuern. In anderen Fällen ist eine längere Suche notwendig. Und manchmal zeigt sich, dass ein Gegenstand nicht mehr sicher repariert werden kann oder die Hilfe eines Fachbetriebes benötigt wird. Auch diese Einschätzung ist wertvoll, denn Sicherheit steht immer an erster Stelle.
Besonders wichtig ist den Reparateurinnen und Reparaturhelfern, ihr Wissen weiterzugeben. Die Besucherinnen und Besucher sollen möglichst nachvollziehen können, wie ein Defekt entsteht und wie sich ähnliche Probleme vielleicht künftig vermeiden lassen. So wird aus einer einzelnen Reparatur zugleich eine kleine praktische Lernstunde.
Auch untereinander tauscht sich das Team aus. Niemand muss auf jede Frage sofort eine Antwort wissen. Häufig wird gemeinsam überlegt, ausprobiert und nach einer passenden Lösung gesucht. Auf diese Weise profitieren alle Beteiligten von den unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten im Team.
Das ehrenamtliche Engagement der Reparateurinnen und Reparateure ist deshalb weit mehr als eine technische Hilfe. Sie bewahren handwerkliches Wissen, fördern einen bewussteren Umgang mit Gebrauchsgegenständen und ermutigen andere Menschen, sich selbst an kleinere Reparaturen heranzutrauen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Bei uns geht es vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe. Unsere ehrenamtlichen Reparaturhelferinnen und Reparaturhelfer unterstützen unter anderem bei:
- kleinen Reparaturen an Alltagsgegenständen,
- der Suche nach der Ursache eines Defekts,
- Haushalts- und Elektrogeräten, soweit eine sichere Prüfung möglich ist,
- einem Fahrrad-Check, beispielsweise von Bremsen, Beleuchtung, Reifen und Kette,
- Fragen zur richtigen Pflege und Wartung,
- sowie der Einschätzung, ob sich eine weitere oder professionelle Reparatur lohnt.
Wer einen defekten Gegenstand mitbringt, bleibt nach Möglichkeit bei der Reparatur dabei. Gemeinsam wird geprüft, geschraubt und überlegt. Auf diese Weise können die Besucherinnen und Besucher nicht nur ihren Gegenstand besser kennenlernen, sondern oft auch neues Wissen mit nach Hause nehmen.
Wir sind kein Fachbetrieb und ersetzen nicht das professionelle Reparaturhandwerk.
Es gibt Arbeiten, die aus Sicherheitsgründen ausschließlich von entsprechend ausgebildeten Fachleuten ausgeführt werden dürfen. Unser Ziel ist es, Wissen weiterzugeben, erste Hilfestellung zu leisten und zu zeigen, dass viele kleinere Reparaturen mit etwas Geduld und Unterstützung möglich sind.
Das nächste Reparaturcafé steht vor der Tür
Passend zum neuen Recht auf Reparatur findet schon bald das nächste Reparaturcafé Elmschenhagen statt:
Samstag, 12. September 2026, von 13:00 bis 16:00 Uhr
Ort: anna – Bebelplatz 3, Kiel-Elmschenhagen
Wir laden alle herzlich dazu ein, defekte Gegenstände nicht vorschnell aufzugeben. Bringen Sie gern mit, was Ihnen lieb und teuer ist – vielleicht lässt es sich gemeinsam wieder zum Leben erwecken.
Mehr als eine Werkstatt
Das Reparaturcafé ist längst mehr als eine Anlaufstelle für kaputte Geräte. Für viele Besucherinnen und Besucher aus der Nachbarschaft ist es zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Hier begegnet man bekannten Gesichtern, kommt miteinander ins Gespräch, lernt neue Nachbarinnen und Nachbarn kennen und verbringt gemeinsam einige angenehme Stunden.
Gerade Menschen, die im Alltag nur wenige Möglichkeiten für Begegnungen haben, finden hier Abwechslung, Unterhaltung und Gesellschaft. Während an einem Tisch geschraubt, geprüft und repariert wird, entstehen an anderer Stelle ganz nebenbei Gespräche und neue Kontakte.
Natürlich gehört auch die gemütliche Seite dazu: Auf die Besucherinnen und Besucher warten wie gewohnt kostenloser Kaffee und Kuchen. So verbindet das Reparaturcafé praktische Hilfe mit Begegnung, Austausch und einem geselligen Nachmittag.
Jedes erfolgreich reparierte Gerät ist ein Gegenstand, der nicht im Müll landet und nicht sofort durch ein neues Produkt ersetzt werden muss. Doch auch wenn eine Reparatur einmal nicht gelingt, war die gemeinsame Fehlersuche nicht umsonst: Sie schafft Wissen, Erfahrung und ein größeres Bewusstsein für den Wert unserer Alltagsgegenstände.
Reparieren statt Wegwerfen – gemeinsam können wir etwas bewegen!
Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher, interessante Reparaturfälle und einen gemeinsamen Nachmittag rund ums Reparieren, Helfen und Selbermachen.
Jürgen Schrimer
Pressemitteilung als Link zum Download: Pressemitteilung 05.09.2026
08.10.2025 10. Reparatur-Café Elmschenhagen
18.10.2025 Starthilfe reparierBAR an der Waldorfschule Kiel, Hofholzallee 20
Das neue "Kiel repariert"-Festival am 18. Oktober 2025, das vom Verein upWERT organisiert wurde.
Ein neues Reparatur-Café und natürlich unterstützen wir da!
Kontakt-E-Mail: dijana.novakovic@diakonie-altholstein.de
9. Reparatur-Café - Besuch von Gerrit Derkowski


Kieler Express
02.10.2024















































